»Erspart? Wenn ich davon weiß?«

Mechanisch wischte er über seine Stirn. Dann lächelte er verächtlich. »Natürlich erspart. Mich kann doch eine Sache nicht beleidigen, die mir so fern steht wie die Tageslaune dieser Frau? Ihr Schoßhündchen kann mir doch auch keinen Ehrenhandel abnötigen. Welch ein Unsinn, sich als Mann für eine Frau exponieren zu wollen, die einen längst nicht mehr das geringste angeht, nicht mehr, als daß sie für die Umstehenden den Schein zu wahren hat. Das wäre das Gegenteil, das wäre Donquichotterie und — Unehre. Wahrhaftig, das wäre es. — — Nur eins, nur — eins ...«

Sein Gesicht zog sich zusammen. Er starrte auf die Tischdecke, auf der sich die Sonne kringelte.

»Wenn ich schweige, da ich nichts verloren habe, so bleibe ich, wer ich bin, und meine Ehre ruht in mir selber. Nur wenn es darüber hinausgreift, wenn ich die Zeche der gnädigen Frau bezahlen sollte, wenn sie mir mit ihrer Laune den Freund abtrünnig machen sollte, daß er sich von mir abwendet wie von etwas — Unsauberem — —«

Seine Hand fiel schwer auf den Tisch.

»Dann — —!« — —

Er blickte auf und gewahrte zwischen den Bäumen des Parks Frau Amelys weißes Sportkleid und Ottens hellen Anzug. Hastig trank er den kaltgewordenen Tee aus. »Wie sein Lachen klingt,« murmelte er. »Ich will mich nicht beschämen lassen.«

Er erhob sich und winkte den Ankommenden zu. Lässig erwiderten sie seinen Gruß.

»Ihr wart wohl schon auf dem Rhein, ihr Ruhelosen?«

»Wir haben gebadet und in der Sonne gelegen.«