»Ich meine die Rheingasse — — Was für ein feines Ohr du für Zwischenfragen hast. Wir werden uns gut verständigen, Moritz.«

»Frau Doktor und Carmen sind gesund. Sie leben zurückgezogen.«

»Ich glaub’s — —«

»Darf ich auch von — von Ihrem Gegner sprechen?«

»Von — wem? Er ist nicht mehr mein Gegner, mein Junge. Aber ich wüßte nicht, was es von ihm zu hören gäbe.«

»Er wird einen steifen Arm zurückbehalten, Herr Doktor,« und des Studenten Augen funkelten vor Genugtuung.

»Du bist nicht gescheit. Ich war’s, der die Zeche bezahlen mußte.«

»Nein,« sagte Lachner, »er war bereits verwundet, bevor Sie getroffen wurden. Er ließ es sich nur nicht merken, um noch zum Schuß zu kommen. Es ist der linke Arm.«

»Herr Gott im Himmel,« sprach Otten vor sich hin, »welch ein Haß muß den Mann beseelt haben —«

Als Moritz Lachner keine Anrede mehr hörte, stand er leise auf. Otten lag mit geschlossenen Augen. »Auf morgen, Herr Doktor, wenn ich darf.« Und als keine Antwort kam, verließ er auf den Zehenspitzen verstört das Zimmer. Es war ganz still. Hin und wieder streifte eine Rosenranke vom Spalier das Fenster. Und Otten öffnete weit die Augen und murmelte: »Wie muß er mich gehaßt haben ... Das macht mich noch kleiner ...«