»Ich weiß, daß du mit einem anderen Bewußtsein gar nicht leben könntest, Carmen, trotz deiner freiheitlichen Allüren. Laurenz aber —«

»Nun? Was hast du wieder an ihm auszusetzen?«

»Alles,« sagte er und nahm sich zusammen.

»Bitte. Spezialisieren.«

Da floß es aus ihm heraus. »Er ist ein Egoist, der nur an sich denkt, der sich mit dir nur in Szene setzen will wie auch mit der Schönheit anderer Frauen, denen er den Hof macht. Jawohl. Ich rede nicht leichtsinnig. Oder denkst du, er mache seine melancholischen Augen nicht auch anderen? Wohin er kommt, posiert er. Der ganze Mensch ist Unnatur. Hinter seinen ewig weichen Schmeichelworten verbirgt er die brutalste Rücksichtslosigkeit, die sofort zum Durchbruch gelangt, wenn er die Gewalt hat. Andern Tags kennt er seine Geschöpfe nicht mehr. Um eine lustige Stunde für seine Eitelkeit zu gewinnen, ist es ihm gleich, ob er die Menschen, die ihm dazu verhelfen müssen, auf viele Jahre, wenn nicht auf immer todunglücklich macht. In Paris hat er sich ausgebildet, und es fluchen ihm mehr Mädchen, als du denkst. Solche Parasiten sollte man unschädlich machen.«

»Weshalb glaubten sie ihm?«

»Glaubst du ihm nicht auch?«

»O — ich! Ich bitte doch, mich nicht in Parallele zu stellen.«

»Weil du mehr Geist hast? Das ist ihm noch gar nicht aufgefallen. Er sieht nur dein Äußeres an, und das ist ihm angenehm.«

»Bist du fertig mit deinen Hinterbringungen?«