»Er ist sehr vermögend. Sie hörten doch soeben erst, daß die Fabrik vergrößert werden soll.«
»Sand in die Augen, Frau Doktor. Man sucht auf unauffällige Weise nach Geld.«
»Carmen ist nicht unbemittelt.«
»Das würde langen, um Laurenz’ Schulden zu bezahlen, nicht um die Fabrik flott zu machen.«
»Nein, nein, nein! Sagen Sie das nicht! Denn — welche Rolle würde dann Carmen spielen?«
Sie saß vornübergeneigt und sah ihrem jungen Freund starr ins Gesicht. Als erwartete sie von ihm, daß er den heraufbeschworenen Bann wieder von ihr nähme.
»Frau Doktor, erschrecken Sie doch nicht so. Sie sind doch die Mutter. Ihnen wird Carmen glauben.«
»Ja, was denn nur in aller Welt? Ich taste ja selbst im Dunkeln. Ich kann mich doch als Frau nicht auf das Spioniergeschäft verlegen. Was einem Mann ansteht, zieht eine Frau hernieder. Und täte ich es auch — ist der Terbroich so, wie Sie ihn schildern, so würde er mich belügen.«
»Das würde er. Vorläufig würde er es.«
»Herr Gott,« sagte Frau Maria, schloß die Augen und lehnte sich zurück, »wo ist Joseph — —?«