»Du wirst nie mehr weinen, Maria. Ich werde nur noch darauf achtgeben.«
Vorsichtig löste er sie von dem Bilde los. »Jetzt gehen wir nach Hause. Der alte Klaus ist auch da. Alles wie früher, Maria, du sollst dich nur immer wundern können.«
Sie kamen aus den Rheinwiesen auf die Straße, die in die Stadt führte. Die Lichter aus Klaus Gülichs Haus wiesen den Weg. »Nun sind wir beide in Sicherheit,« sagte Joseph Otten, und sie traten über die Schwelle in die erleuchtete Diele.
»Marjedeies!« rief der alte Klaus und erhob sich bolzengerad von seinem Sitz. »Die Frau!« — —
»Guten Abend, Klaus,« sagte sie leise und versuchte zu lächeln.
»Wo kütt Ihr her? Et regent doch nit Engelcher?«
»Ich war schon gegen Abend hier, traf aber nur Herrn Professor Koch. Dann bin ich am Rhein spazieren gegangen.«
»Davon hätt mr de Spitzbow, Hochwürden Herr Professor, nix verzällt. Äwwer dat is doch kein Wetter, öm am Rhein spaziere zu gonn? Sie bibbern ja wie esu en Magnetnädelche, un kein Faden is trocken. Tringche!« herrschte er die verwunderte Wirtschafterin an, »flöck, hol ding Sonntagstrümp un dinge Kirchgangsrock. Vergeß nit die dicke Filzpantoffel. Un denn ene Grog, äwwer eine, wo der Löffel drin steche bliwt.«
Professor Koch war um den Tisch herumgekommen, hatte Frau Marias Hand ergriffen und sie an seine Lippen gezogen.
»Ich werde sie auf mein Zimmer bringen,« sagte ihm Otten, »du schickst mir wohl unsere Haushälterin.«