Mit jäher Bewegung umfaßte Otten seine Frau. Sein Gesicht war starr wie eine Maske geworden. Kein Laut war zwischen ihnen als ihr schweres Atmen. Und dann wiederholte Otten mechanisch: »Sei still, Maria, sei ganz still ...«
»Jetzt bin ich es.«
Sie saßen nebeneinander, einer in des anderen Arm. Keiner sprach mehr, denn ihre Gedanken waren eins geworden. Bis Frau Maria zusammenschauerte.
»Was hast du, Maria?«
»Ich friere, und doch bin ich heiß.«
»Du mußt zu Bett gehen. Es wird eine Erkältung sein.«
Sie versuchte sich zu erheben, und die Glieder versagten. Mit einem müden Lächeln ließ sie davon ab. »Nun bürde ich dir schon die zweite Last auf. Wie Blei liegt es in mir. Wenn ich jetzt nur nicht krank werde.«
Otten beugte sich über sie. Seine Hände betasteten ihre Schläfe und ihren Puls. »Um Gottes willen, Maria.«
»Komm, ich will mich auf dich stützen. Vielleicht ist es nur die Freude, mich bei dir ausruhen zu dürfen. Gib acht, es ist so. Wenn ich morgen aufwache, ist alles gut.«
Er legte den Arm um ihren Leib und führte sie, Schritt für Schritt, in seine Kammer. Dort blieb er bei ihr, bis sie sich niedergelegt hatte. Ihre Zähne schlugen vor Frost aufeinander. Und doch fand sie Worte der Sorge für ihn.