Heinrich Koch saß am Eichentisch und träumte. Das Lampenlicht beschien sein ernstes, faltiges Gesicht. Als er Ottens Schritt vernahm, sprang er auf und ging dem Freund entgegen. Stumm streckte er ihm die Hand hin. Es wurde ein kräftiger Druck.
»Was bedeutet das, Heinrich?«
»Das bedeutet einen Glückwunsch.«
»Bist du auf deine alten Tage Gedankenleser geworden?«
»Dazu bedarf es bei dir keiner Kunst. Du bist gottlob keine komplizierte Natur, und deine Augen blicken wie ein Paar Seemannsaugen, die nach langem bösen Wetter endlich wieder Land erblicken. Land, Joseph!«
»Ich danke dir für deinen Glückwunsch. Du hast dich nicht geirrt. Heinrich, ich spür’ wieder mein Blut kreisen.«
»Der Mensch muß eine Aufgabe haben. Du bist ein glücklicher Mann.«
Sie saßen sich gegenüber wie so oft und betrachteten sich wie nach einer langen Trennung. »Der alte Klaus ist zu Bett,« sagte Heinrich Koch, »wir sind, glaube ich, die einzigen Nachtschwärmer in ganz Zons.«
»Maria fieberte. Aber sie ist leicht eingeschlafen.«
»Nur sorgenfreie Menschen schlafen leicht ein. Gibt dir das nicht zu denken, Joseph?«