Eine feine Röte stand auf des Professors Stirn. »Nun habe ich alles miterlebt,« sagte er, »ich danke dir, Joseph.«
»Mir ist fast,« meinte Joseph Otten, »als hätte ich in dieser Nacht das Rätsel meines Niedergangs gelöst.«
»Dann ist der Niedergang gebannt.«
»Willst du es wissen?«
»Ach, Alter, ich weiß es schon so lange. Aber man muß es selber empfinden, wenn es Wunder wirken soll.«
»Ja, Heinrich, ich hatte mir stets die Sorgen abnehmen lassen und nie welche übernommen. Das war es. Und ich stand grimmig beiseite und glaubte, meine Kräfte wären erschöpft, weil ich nicht wußte, was noch mit ihnen beginnen.«
Heinrich Koch deutete mit einem Blick zur Decke. »Maria hat dir eine Aufgabe gebracht?«
Otten erhob sich. In seiner hageren Gestalt spannte sich jeder Nerv. »Das Kind ist in Gefahr,« sagte er, und es war, als ob ein Lachen in seinen Augen aufspränge, ein jäher Lebenshunger.
»Weissagte ich dir nicht, daß du ein glücklicher Mann seist?«
Die beiden Graugewordenen standen und sahen sich mit blitzenden Augen an. Draußen fegte der Nachtwind über Rheinwiesen und Strom. Das Grollen des Eisgangs brach nicht ab. »Er wütet, weil ich Sieger geblieben bin. Hörst du’s?« Und sie lauschten hinaus und lachten kurz vor sich hin ....