»Das Mädchen ist bei ihr. Die ist zuverlässig. Und Moritz Lachner wird nach ihr sehen.«

»Wissen sie, daß du hier bist?«

»Moritz Lachner weiß es. Er wird es ihr sagen.«

»Wenn dir morgen besser ist, Maria, gehe ich nach Köln.«

Sie drückte seine Hand, schloß die Augen und schlummerte wenige Minuten. In ihr Gesicht trat ein schmerzlicher Ausdruck. Unruhig bewegte sie den Kopf und erwachte. »Der Atem — will gar nicht.«

Durch die Wirtschafterin hatte er sich Eis besorgen lassen. Er schlug ein Stück in kleine Teile und gab sie ihr ein. Dabei stützte er wie eine Mutter, die ihrem Kinde helfen möchte, ihren Kopf, und sie drückte ihr Gesicht fest in seinen Arm.

»Bleib so, Joseph.«

»Gern, Liebste ....«

»Als ich ein kleines Mädchen war, hatte ich einmal das Fieber. Das ist meine schönste Erinnerung an meine Kindheit. Klingt das nicht komisch? Und doch ist es so. Denn damals — bekümmerte sich meine Mutter — den ganzen Tag nur um mich. Wie wohl das tat. Wenn ich in ihrem Arm lag, war ich sofort still — und träumte. Von bunten Wiesen und warmer Sonne darauf, und einer Schaukel zwischen zwei Obstbäumen, auf der ich mich — ganz sachte — schaukelte. Das war ein wonniges Gefühl. Frei — und doch geborgen. Jetzt schaukele ich wieder.«

»Weil du geborgen bist.«