»Dich? Weshalb sollte ich dich nicht erkennen, Joseph? Du und Carmen — ach, ruf sie doch.«

»Du bist in Zons, Maria. Hast du noch Schmerzen?«

»Schmerzen — Schmerzen?« murmelte sie. »Ja, ich habe Schmerzen. Eigentlich sind es keine. Nur der Atem. Wenn ich doch nur ein einziges Mal — richtig — atmen könnte.«

Kurz darauf packte sie ein schwerer Anfall. Sie rang nach Luft, daß sich der Körper bäumte, und krampfte die Hände in das Leinentuch. Ohne Zaudern griff Otten zu, brachte sie in sitzende Stellung und streichelte ihr liebkosend die feuchte Stirn. Sie versuchte zu sprechen. In kurzen, hastigen Stößen ging ihr Atem. »Danke,« sagte sie endlich.

Nachher lag sie, ohne zu reden. Immer vergeblich bemüht, die Atemnot zu meistern. So fand sie der Arzt.

Als Otten ihn hinausgeleitete, machte er ein Sorgengesicht. »Das Fieber ist gestiegen. Wir können nichts tun, als bei der Behandlung bleiben. Versprechungen machen kann ich nicht.«

»Sie müssen.«

»Ich kann es nicht.«

»Gestatten Sie mir, einen zweiten Arzt zuzuziehen.«

»Ich wollte Sie gerade selber darum bitten. Haben Sie einen Vorschlag?«