»Geheimrat Bartels in Köln. Er war unser Hausarzt.«
»Ich werde ihn sofort von der Station aus telephonisch herüberbitten. Zum Nachmittag können wir gemeinsam hier sein.«
Auf seinem Zimmer fand er zu seiner Verwunderung Koch. »Was willst du hier?«
»Vorbeugen, daß du nicht unvernünftig wirst, Joseph. Unsere Kranke schlummert. Sofort streckst du dich auf das Sofa und versuchst ebenfalls zu schlafen. In zwei Stunden wecke ich dich. Und wenn unsere Kranke früher aufwacht, früher. Mein Wort darauf. Bedenke, daß du deine letzte Kraft für die kommende Nacht brauchst.«
Ohne zu verhandeln, willfahrte er.
Am späten Nachmittag brachte der Arzt den Kölner Geheimrat. Im Städtchen war das Leben heute reger. Die Karnevalswelle ging selbst an diesem einsamen Strande nicht vorüber, ohne seinen Puls zu erhöhen. Frau Maria hatte das Anrollen des Wagens vernommen. Aus der Ferne hörte sie Gesang und wirre Musik. »Was ist das für ein Tag?« fragte sie.
»Rosenmontag.«
»Rosenmontag ... Schön ist der Name.«
Die Ärzte traten ein. Der Geheimrat schüttelte Otten lange die Hand. Er hatte zu seinen eifrigsten Bewunderern gezählt. Dieser hagere Mann mit dem verwitterten Gesicht und dem grauen Haar war Otten? Er hätte ihn nur an den stahlblauen, aufblitzenden Augen erkannt.
»Herr Geheimrat, wenn Sie ihr nicht helfen können, schaffen Sie ihr Erleichterung. Sie hat ein Anrecht darauf.«