»Ach so.« Er riß den Streifen auseinander und las. Zuerst Moritz Lachners Unterschrift. Dann den Text. »Terbroich und Carmen wollen morgen früh nach dem Süden reisen. Meine Aufklärungen von Carmen als unglaubwürdig abgelehnt.«

Joseph Otten las zweimal. Und wie er das zweite Mal las, lachte er hart vor sich hin. »Geduld ...«

»Nachrichten von Carmen, Joseph?«

»Sie wird morgen hier sein.«

»Gott sei Dank.«

Otten schritt über die Diele hin und her. »Übermorgen wollen wir sie beerdigen.« Und er blieb stehen und blickte nach der Decke. »Hier, damit wir sie in der Nähe haben, wenn wir sie brauchen. Tote binden stärker als Lebende. Du nimmst mir wohl die notwendigen Besorgungen ab, Heinrich.«

»Alles. Kümmere dich um nichts. Soll ich auch an Carmen telegraphieren?«

»Ich gehe selbst zur Station. Ich habe noch einen Spaziergang vor, einen Geschäftsweg, was weiß ich? Da ist ein Wille, ein Testament Marias, das vollzogen werden muß, damit ihr kleiner Schatz nicht gestohlen wird.«

»Kann ich dir den Weg nicht abnehmen?«

»Nein,« sagte Joseph Otten, »den Weg kann mir kein Mensch abnehmen.«