Dann kömmt uns nit Verdroß!«
Otten schlug den Kragen seines Mantels hoch und zog den Hut in die Augen. Wie ihn das Treiben anekelte. Nur nicht erkannt werden. Die Luft war trunken von dem Lärm, und die Menschen trunken von der Luft. Nun, er war gekommen, um zur Ernüchterung zu verhelfen.
Der Menschenstrom drängte ihn vom Domplatz in die Komödienstraße. Die Straße war die rechte. Vor des jungen Terbroich Haus stemmte er sich gegen den Strom und wurde in die Haustür geschoben. Im Haus war es still. Die Parterrebewohner genossen den Fasching aus. Wer dachte heute an anderes!
Joseph Otten stieg zum ersten Stockwerk hinauf, das Laurenz Terbroich bewohnte. Er war ganz ruhig, als er die Klingel zog.
Nichts rührte sich in der Wohnung. Und Otten ließ das Läutewerk schriller ertönen.
»He, Johann!« rief drinnen eine Stimme. »Natürlich: zum Teufel! Alles verrückt.« Und ein Knurren, halb ärgerlich, halb lachend. Die Tür öffnete sich. Laurenz Terbroich, den schwarzen Domino über die Schultern gehängt, stand dem Besucher gegenüber.
»Sie wünschen?«
»Wenn es auf mich ankommt, nur zwei Worte.«
»Sie sehen, daß ich auf dem Sprunge bin, fortzugehen. Mit wem habe ich die Ehre?«
»Ich bin der Doktor Joseph Otten. Lassen Sie uns hineingehen.« — — —