»Ich bin nicht engherzig genug, Menschen, die sich lieben und die obendrein mündig sind, Vorschriften machen zu wollen. Nur den Grad der Liebe muß ich wissen. Daß Carmen fest auf Ihre Ehrlichkeit baut, dessen bin ich gewiß. Sie würde sonst nicht so weit mit Ihnen gegangen sein, denn über ihren Stolz sind wir uns ja wohl einig.«

»Carmen ist eine viel zu große und freie Natur, als daß sie den landläufigen Heiratsgedanken eine solche Wichtigkeit beimäße.«

»Nicht Heiratsgedanken. Treugedanken.«

»Wir sind uns treu.«

»Und werden es bleiben? Denn das wäre die Ehe.«

»Das hängt nicht allein von mir ab.«

»Sie lügen, Mensch.«

Laurenz Terbroich fuhr auf. Die beiden Männer standen sich hart einander gegenüber.

»Sie lügen. Denn Sie möchten mich glauben machen, es könnte auch von meiner Tochter abhängen. Und ebenso belügen Sie meine Tochter, indem Sie ihr ewige Treue vorspiegeln, während Sie nur das schöne Spielzeug noch nicht missen möchten. Noch nicht. Aber Sie werden keinen Schritt weiter gehen, Terbroich, das verspreche ich Ihnen. Ich mahne Sie. Es ist meine Tochter.«

»Sie beschimpfen mich in einer unverantwortlichen Weise.«