Der Knabe freute sich des freundlichen Tons. Er errötete und drehte sein Hütchen.
»Nun?«
»Der Herr Doktor kam wenige Minuten nach den anderen. Der Herr Terbroich war bei ihm und der geistliche Herr, der Herr Professor Koch. Als er mich stehen sah, rief er mich heran. Er hat mich sofort erkannt,« fügte er stolz hinzu. »›Das ist doch des Lachners Moritz,‹ meinte der Herr Doktor, und ich könnte ihm wohl einen Gefallen tun und schnell hierherspringen und bestellen: Der Herr Doktor würde in einem Stündchen hier sein. Er müßte nur eben noch ins Domhotel. Und ich möchte ihm den Hausschlüssel hinbringen.«
Frau Maria hatte ruhig zugehört. Sie nahm den Schlüsselbund vom Tisch und nestelte den Schlüssel los.
»Es war nett von dir, Moritz, daß du dir die Mühe gemacht hast. Warte. Du bekommst ein Glas Portwein, das macht dich wieder warm.«
»Es war keine Mühe,« stotterte der Junge. »Wirklich nicht.«
Ihm wurde glühend heiß, als er den Wein trank. Aber daß es nicht vom Wein kam, das wußte er besser. Er machte eine Verbeugung, bedankte sich und ging mit dem Schlüssel zur Tür. Mit einem Gefühl, als wäre ihm der Schlüssel zum Herzen dieser Leute zum Geschenk gegeben worden.
Sie reichte ihm freundlich die Hand. »Grüß den Herrn Doktor schön.«
»So was!« sagte Frau Maria, als sie das Zuklappen der Haustür vernommen hatte. »Nun läßt er sich auch noch verführen. Ein Stündchen ... Und er hält Wort. Aber« — sie schüttelte den Kopf — »aber sie werden ihn mit einem Stündchen nicht loslassen, sie werden einfach mitkommen, ich weiß das ja von früher ...« Sie zog die Augenbrauen zusammen. Nur einen Augenblick lang, und sie schüttelte die kurze Verstimmung ab. »Es ist ja doch nur die Wiedersehensfreude. Die anderen wollen auch ihr Teil. Der Joseph gehört vielen.«
»Vielen — —?«