»Du scheinst das wirklich als ein Kompliment zu nehmen, daß die verehrte Hausfrau auf dich gerechnet hat, mein lieber Medardus,« lachte Koch heiter. »Sollte sie dich nicht vielmehr erkannt haben?«

»Meinst du? — Die Kirche hat natürlich überall Freitisch.«

»Überall? — Ich werde mich morgen zu dir zum Essen einladen. — Sehen Sie doch, wie er die Farbe wechselt!«

Joseph Otten war durch die Zimmer geschritten. Er fühlte sich zu Hause, sofort, und das dankte er Maria. Ein wohliges Gefühl durchrann ihn, fast wie ein Geborgensein. Bei ihr! Wieder einmal bei ihr. Nein — endlich wieder bei ihr ... Er wandte sich. »Zu Tisch!« rief er. »Die Stunde vergeht, und ohne Salz und Brot will ich euch nicht heimsenden. Was! Da sind ja nur drei Gedecke —«

»Ich hab’ schon mit dem Kind gegessen,« flüsterte sie ihm zu.

»Und willst uns jetzt allein lassen?« Er verstand sie. ›Es dauert nicht lange,‹ sagte sein Blick. ›Verzeih mir. Ich war ein Dummkopf!‹ Und dies stumme Geständnis tat ihr wohl.

»Guten Abend, meine Herren.«

»Was? Sie wollen uns verlassen?«

»Ich komme wieder, wenn Sie gespeist haben. Ich möchte nur Carmens Schularbeiten begutachten.«

»Ich kann Ihnen das nicht verdenken, Frau Otten. Unseren guten Medardus eine Klinge schlagen zu sehen, dazu gehört ein tapferes Herz.«