»Hat dir die kleine ›eccellenza‹ so sehr mißfallen? Sie ist jung, apart, elegant. Die Sonne Roms hat ihr Blut gekocht. Soll ich die Augen niederschlagen, wenn sie — das Feuerzeichen gibt? Es reizt mich, zu erfahren, welche Art Edelmetall in diesem Feuer glüht.«

»Unverbesserlicher Optimist. Du wirst Asche finden.«

»Und wenn! Ich muß von Zeit zu Zeit die Probe auf meine Jugend machen, denn — ich bin nicht mehr der Jüngste. Ich muß von Zeit zu Zeit die Gewißheit erneuern, daß ich noch die Macht in Händen habe, die Macht über Frauenherzen. Das stößt mich vorwärts. Und der Erfolg gibt mir recht. Ich wandle durch einen Blumengarten, und die Blumen schmeicheln sich mir in die Hand.«

»Und du glaubst immer noch, daß das dem Manne in dir gilt?«

»Wem sonst?«

Heinrich Koch schwieg eine Weile. Er spielte mit seinem Glas, schob es von sich und sah den alten Jugendgefährten offen an.

»Es ist der Geruch des Lorbeers, der die Frauen zu dir zwingt, Joseph. Damit ist alles gesagt.«

Joseph Otten trommelte mit den Fingern hart auf den Tisch. »Das heißt zu Deutsch: wenn mein Stern sinkt —«

»Geht eine neue Gruppierung am Sternenhimmel vor sich.«

Joseph Otten lachte. »Ich werde die Konstellation noch einige Zeit mitbestimmen. Ich habe meine Zeichen. Beruhige dich.«