Er erhob sich und breitete die Arme. »So!« sagte er und lachte sie an.

Sie trat einen Schritt zurück, um sein Bild aufzunehmen. Er hörte ein Knistern, wie von angespannter Seide. Dann schloß er die ausgebreiteten Arme. Er fühlte seine Gefangene ...

»Jetzt räche ich Thusnelda, schöne Römerin.«

»Barbar — —,« gab sie zurück und schloß die Augen. — — — — —

Es ging auf Mitternacht, als Otten die Via San Giovanni entlang schritt. Ihn dürstete.

»Daß sie sich alle gleich sind, wenn die Sinne sprechen. Wieder eine Puppe, mit Häcksel gefüllt. Und jedesmal erwarte ich die große Offenbarung. Aufgespielt, Bajazzo!«

Aus der Weinstube des Zi Pasquale scholl feuchtfröhlicher Gesang. Deutsche Burschenlieder. Rheinlieder.

Otten stutzte. »Nur das jetzt nicht. Nur nichts Deutsches jetzt. Und nichts — vom Rhein. Da gibt es Leute, die an mich glauben.«

Er wandte sich und suchte die Weinstube Peppes an der Fontana Trevi auf. Von ferne schon hörte er das Rauschen der Trevifluten. Und plötzlich gab er den Gedanken an Wein und Gesellschaft auf.

»Wenn ich endlich wieder — nach Köln reiste —.«