»Sie ist es noch mehr geworden,« schloß er.

Das war sie zufrieden, und sie spielten trotz der Heiligkeit des Ortes in einer alten Kirche Verstecken. Nur die Galerie im Palazzo Pitti durften sie nicht besichtigen. »Wir holen es nach,« hatte Frau v. Stein auf eine verwunderte Frage erwidert, »wenn wir von Rom zurückkommen. Wir müssen uns Zeit gönnen.«

Am Tage vor der Abreise stand Ada vor der Mutter. Das Wort wollte ihr nicht recht aus der Kehle.

»Darf er mitreisen?« stieß sie endlich hervor.

»Wer?« lächelte die Mutter wehmütig.

Sie wies mit der Hand nach der Tür. »Er steht draußen.«

»So ruf’ ihn, mein Kind.«

»Mama, Mama!«

Sie fühlte den jungen, lebenswarmen Körper ihres Kindes an ihrer Brust, den Tränenstrom ihres Kindes auf ihren Wangen und die heißen Küsse auf ihrem Munde.

»Ich wußte es, Ada, und sieh, ich freue mich ja so unaussprechlich mit dir. Er ist gut und unschuldig wie du. Aber so rufe ihn doch herein. Oder wollt ihr mich nun als überflüssig fortschicken?«