»Sie werden jedem Menschen dasselbe sagen, Harnisch. Das ist eine Beruhigung. Und nun wollen wir auf dein Werk anstoßen. Muß man sich betrügen, so täusche uns jetzt der Wein in eine andere Welt hinein.«
Harnisch erhob sich. »Nimm’s nicht übel, Freund, aber als ich vor Jahren die erste Zeile zu dem Werk niederschrieb, hatte ich mir den heutigen Abend anders gedacht.«
»Ich hatte mir auch den heutigen Abend anders gedacht. Ein breitrandiger Frühlingshut gibt zuweilen Schatten für zwei, und ein trauernder Liebhaber bietet mir kein Entgelt für –«
»Herein!«
»Herr Doktor, die gnädige Frau ist angekommen.«
»Wer ist …?«
»Ich, Georg. Darf man zu dir hinein?«
»Helene – –!« Der Klang zitterte im Zimmer nach, als wäre es der schwingende Klang einer Saite. Und der Mann ging dem Klang nach, mit ausgestreckten Händen. »Helene! Heute schon?«
Sie legte ihre Hände in die seinen, folgte ihm ins Zimmer und nickte dem Gast, den sie erkannte, zu. Sie wollte sprechen, aber es kam nur ein tiefer Atemzug, und sie drückte die Hände, die sie hielt, so fest, als hätte sie sich einen Besitz erobert.
»Helene! Heute schon?«