Die Worte liefen an den Wänden und verhallten. Und dann brach ein Schrei hinterher, wie ich ihn nie vernommen, nicht vordem und nicht nachdem: Staunen, Glückseligkeit, Erlösung. Die Achtzigjährige war an mich herangekrochen und umklammerte meinen Arm.
»Sein Bruder seid Ihr? Herr, Herr, und Ihr glaubt es?«
»Sag es mir, Francesca.«
»Daß sie auf dem Meeresgrunde liegen? Daß sie tot und nicht geflohen sind?«
»Ich glaube es, Francesca, und nun sollst du ihnen Ruhe geben.«
»Ich habe sie gemordet. Ich bin nicht verrückt, wie der Pater sagt und der Bürgermeister und die Leute. Ich habe alles gewußt und nichts verhindert. Darum habe ich sie gemordet.«
»Du warst die Dienerin. Du mußtest gehorchen.«
»Ich – war – die Dienerin. Heilige Mutter, bitte für mich und meine süße Herrin, die in die Irre ging,« murmelten die welken Lippen.
»Du brauchst nicht mehr zu singen, Francesca. Deiner Herrin ist wohl.«
Verständnislos sahen mich die müden, entzündeten Augen an.