»Nein,« sagte Giuditta, »hier ist mein Haus.«

Da duckte sich die Alte und haschte nach ihrer Herrin Händen.

»Nicht böse sein, Herzchen, nicht böse sein. Wir wissen doch, was wir Gästen schuldig sind. Wir waren Könige.«

»Siehst du nun,« sagte Giuditta, und ihre Augen gingen ins Weite.

Drüben aus der Kammer drang ein Geräusch, ein Husten. Und die beiden Frauen standen vor der Tür und horchten … Noch einmal erscholl der Husten, trockener, quälender. Da gab Giuditta der Amme ein Zeichen, und die Alte pochte leise an die Tür.

»Ruhe, Johann!« schnarrte es drinnen in deutscher Sprache.

Da nickte Giuditta zum zweiten Male mit dem Kopfe, und die alte Francesca schlüpfte lautlos in das Zimmer. Wenige Minuten, und sie kehrte zurück.

»Komm in die Küche, mein Seelchen, wir wollen Kräuter kochen.«

»Was ist es?«

»Es sitzt auf der Brust. Wenn du das Ohr auf sein Herz legst, hörst du eifernde Stimmen.«