Drinnen erschollen die fremden Laute. Kommandoworte – Lachen – ein Fluch. Giuditta beugte sich vor, mit blassem Gesicht. »Wie er befehlen kann!«

Die Alte rüttelte sie am Arm. »Was willst du noch hier?«

»Ich möchte die eifernden Stimmen hören. Wenn man das Ohr auf sein Herz legt, sagst du?«

»So verträume die Hilfe. Ich gehe jetzt.«

Da ging sie mit und war tätiger als die Alte. Aber mit halbgeschlossenen, nach innen gerichteten Augen. Das Feuer loderte auf dem Herd, das Wasser im Kupferkessel brodelte, stechend zog der Dampf der aufgebrühten Kräuter durch das Haus. Die Amme hinter sich, betrat Giuditta das Zimmer des Kranken. Der lag mit aufgerissenen, unruhig suchenden Augen, die nichts erkannten. Schweiß perlte auf seiner Stirn, noch eingefallener erschien das Gesicht.

»Guten Morgen,« sagte Giuditta, und dann nahm sie, als keine Antwort erfolgte, ihr Tüchlein aus dem Busen und wischte die Stirn des Kranken trocken. »Still,« sagte sie wieder, und legte ihm die kühlende Hand fest auf die Augen. Dann brachte sie den freien Arm unter seinen Kopf und hob ihn sacht empor. »Trinken – jetzt!« Die alte Francesca hielt ihm die Tasse an die Lippen. Er trank. Und behutsam bettete sie ihn zurück in die Kissen ihres Mädchenbettes.

Die Alte winkte ihr, und sie trat mit ihr an die Tür.

»Sein Puls fliegt, mein Täubchen. Er wird uns unter den Händen davongehen.«

»Nein! Er soll leben! Ich will es!«

»Die Madonna mög’ helfen. Ich will neue Medizinen kochen.«