»Höre, Giuditta,« begann er an einem Abend, während die alte Francesca mit dem ihr verwandten Fischer aus Positano am Landungsplatze plauderte, »wer bestreitet denn eigentlich den Haushalt?«

Sie sah ihn überrascht an.

»Das ist Frauensorge. Nimm fürlieb.«

»Oho! So schüttelst du mich nicht ab. Du willst doch nicht, daß ich mich vor dir schäme?«

Sie sah ihm noch immer in die Augen wie in einem jähen Schreck.

»Was dein ist und was mein ist, darin weiß ich keinen Unterschied. Wo bliebe da die Liebe, die eins ist? Wenn es dich jedoch beruhigt, Enrico: ich habe ein kleines Vermögen, und wir brauchen fast nichts.«

Er war nicht darauf zurückgekommen. Er wollte sie nicht kränken. Aber umso stärker spürte er die eigene, neugeborene Kraft, die sich nicht betätigen konnte. Und als der Frühling weiter und weiter schritt, dem Sommer entgegen, wurde er ganz still.

Der Schirokko meldete sich. Der legte sich ihm ins Blut wie Blei. Stundenlang konnte er, ohne zu sprechen, auf der Felsplatte liegen und nach Norden schauen.

»Was ist dir, Enrico?« fragte sie angstvoll, und doch bemüht, die Angst in der Stimme zu bändigen.

»Ich hatte ein Gesicht.«