»Giuditta –!« rief sie erschreckt.

»Du schweigst! Ich bin die Herrin!«

»Giuditta –,« wimmerte die Alte und hob die Hände.

Die aber setzte sich nieder und schrieb mühsam ein paar Zeilen auf ein Blatt Papier, das sie verschloß.

»Morgen in der Frühe fährst du hinüber nach Positano und übergibst das dem Pfarrer. Kein Wort! Es muß sein. Enrico ist schwer krank.«

Und plötzlich nahm sie die Alte fest in die Arme und küßte sie wieder und wieder. »Schwöre mir bei allen Heiligen, schwöre mir, daß du tust, wie ich will. Du wendest dich nicht nach mir um. Und morgen in der Frühe ruderst du hinüber. Bei meiner Liebe, die ich dir entziehen würde.«

Die Alte machte das Zeichen des Kreuzes. »Ich bin deine Dienerin,« flüsterte sie stumpf. »O Madonna, Madonna …«

»Ich schrieb auch ihr. Gestern nacht. Nimm.«

Und Giuditta lag auf der die See überragenden Felsplatte neben dem Geliebten. Wie ein Sturm waren seine Zärtlichkeiten über sie dahingebraust. Nun schlief er in ihrem Arm.

Sie richtete sich auf und legte ihr Ohr auf seine Brust. Dann drückte sie die Lippen auf die Stelle.