»Ja, ich möchte dir wohltun.«
»Und bist selbst der Erholung bedürftig.«
»O – ich! Mich macht die Sonne gesund. Du aber hast eine arme, kranke Seele.«
»Eine Frau hat sie krank gemacht.«
»Nein, das war keine Frau. Frauen sind Heilbringerinnen.«
»Es gibt Frauen, die uns vergiften, gleichgültige, untreue …«
»Nenne sie nicht mit dem Ehrennamen ›Frau‹. Du mußt uns keinen Schimpf antun.«
»Weshalb – weshalb bist du so gütig zu mir – –«
»Das kannst du keine Frau fragen. Sie weiß keine Antwort.« –
Er beugte sich über sie mit angehaltenem Atem. Wie friedlich sie lag, den schlanken Körper gestreckt, den brünetten Knabenkopf ein wenig zur Seite geneigt, und in dem stillen Gesicht feine Zeichen … War es wirklich erst seit gestern, daß er diese Frau kannte? Erst seit heute, daß er diese Zeichen zu deuten wußte? – –