»Gott mit Ihnen!«
»Und mit Ihnen.«
Sie waren auf das Gespräch der Nacht nicht mehr zurückgekommen.
Es war eine Woche später, als Wilhelmi mit dem Dampfer von Como in Bellagio landete. Er hatte von der Herrlichkeit des Sees nichts bemerkt. Er war erschöpft von Seefahrten.
Er ließ sein Gepäck ins Hotel Genazzini bringen und stieg den Treppenweg hinauf, der zur Villa Serbelloni führt. In der kleinen Holzschnitzerei am Wege erstand er seine Einlaßkarte. Diese vornehmen Parks schützten sich gegen unberufene Fremde. Sie wollten abgeschiedene Stätten der Ruhe bleiben.
Beim Pförtner erkundigte er sich nach Miß Turnbull und ließ sich hoch hinauf in den dichten Park weisen, der in Duft und Blüten schwamm. Die einsame Bank, hoch oben über dem Felssturz zum See, sei ihr Lieblingsplätzchen. Dort traf er sie. Er dachte an Feuerbachs Bild der Iphigenie, die, weißgewandet, vom Felsen aus sehnsüchtig über die Wasser blickt …
»Da bin ich wieder, liebe Freundin.«
Sie machte eine jähe Bewegung. Dann sah sie die tiefen Schatten unter seinen Augen und hielt ihre Freude zurück.
»Ich habe Sie erwartet. Jetzt müssen Sie ruhen. Blicken Sie um sich. Ist das nicht alles die Ruhe?«