»Ich habe um Entschuldigung zu bitten, Miß Turnbull. Kehren wir nach Bellagio zurück.«

Sie gingen. Und er spürte die Schläge ihres Herzens gegen seinen Arm stürmen. Dann hatten sie die Wegbiegung hinter sich.

»Ich muß Sie schwer geängstigt haben, liebe Freundin. Verzeihen Sie mir. Ich glaube, der genius loci, der Geist des Heckenritters mußte in mich gefahren sein.«

Er versuchte zu scherzen.

Da löste sie sich von seinem Arm, hob ihre Hände und zog seinen Kopf zu sich. Hastig, fiebernd.

– – – Und ihre Tränen strömten über sein Gesicht … – – –

Am anderen Morgen wartete sie hoch oben im Park der Villa Serbelloni vergebens auf ihn, daß er käme. Als es Mittag wurde, eilte sie hinunter ins Hotel Genazzini. »Der Herr,« beschied sie der Torhüter, »habe noch gestern abend spät Besuch erhalten. Heute morgen in der Frühe sei er mit den Herren fortgegangen. Die Rechnung sei bezahlt. Aber wegen seines Gepäcks habe der Herr noch nichts bestimmt. Er müsse also noch einmal zurückkommen.«

Und er kam.

Als die brennende Mittagsglut die Menschen in den Häusern hielt, hinter geschlossenen Läden die heißen Stunden zu verschlafen, kam er auf einem Maultierkarren. Durch die Brust geschossen. Ein Karabiniere trug ihn mit Hilfe des Friedhofwärters in die kleine Totenkapelle. Kein Neugieriger war zugegen. Nur die englische Dame, die seit Mittag in brennender Glut den Weg auf und ab gegangen war.

An sie auch lautete der Brief des Toten.