»Ich glaube, mein liebes Kind, nicht einmal das Bündel, von dem ich sprach.«

»Hat denn wirklich Vater nichts für mich hinterlassen?«

»Liebes Kind, es sind hohe Schulden vorhanden. Aber ich will sie übernehmen.«

Ein heftiges Weinen überkam sie.

»Und mich dazu!«

»Und Sie dazu. Stellen Sie sich das nicht so unmöglich vor. Das, was die Jugend bieten könnte, werden wir in gesammelter Form in der Kunst genießen. Wir werden am Abend beieinandersitzen, die Kunstblätter werden von Hand zu Hand gehen, wie die Schatzgräber werden wir bei jedem neuen Funde erstrahlen, während draußen in der rauhen, wilden Welt die Menschen mit finsteren Gesichtern an den Schönheiten vorüberrennen. Und das reine Gedächtnis an den Vater bewahren Sie als Ihren höchsten Schatz.«

Sie stand am Fenster und blickte in den rotglühenden Sonnenball, der sich fern über den Dächern senkte.

»Ich habe ihn so lieb gehabt, den schönen, fröhlichen Vater … Und selbst seinen Leichtsinn hab’ ich lieben müssen …«

»Darum sorgen Sie dafür, daß jetzt nicht schmutzige Hände an ihm herumzerren.«

Sie blickte starr in die rotglühende Sonne, bis der letzte Streifen geschwunden war. Dann wandte sie sich um.