»Mein Gatte, Direktor Hubertus, Konservator der fürstlichen Sammlungen.«
»Ah – –.« Er lehnte sich zurück und schwieg. Nur seine hellen Augen gingen von ihr zu ihm, von ihm zu ihr. Und er hörte ihr tiefes, langes Atemholen.
»Wollen Sie mir nicht etwas vom – Leben erzählen, Herr Doktor Bracht? Ich werde eine aufmerksame Zuhörerin sein.«
Er trank hastig sein Weinglas aus.
»Vom Leben? Das läßt sich nicht erzählen. Das muß man selber erleben.«
»Es kommt nicht hierher. Wenigstens nicht bis an mein abseits gelegenes Haus. Ich glaube – es fürchtet sich vor den vielen toten Kupferstichen meines Mannes.«
Es sollte scherzhaft klingen, aber es hatte einen zitternden Unterton.
»Damit, freilich, verträgt sich das Leben nicht. Es gibt Herzblut, und es verlangt Herzblut.«
»O, wenn es nur darauf allein ankäme« – –
Er sah, wie ihr das Blut unter der Haut emporstieg und ihr langsam Hals und Wangen rötete. Welch eine seltsame Frau! …