»Sie sind mir Schadenersatz schuldig, Herr Doktor. Sie haben meinen Vater bestohlen, und nun müssen Sie mir von den aufgelaufenen Zinsen zurückgeben.«
Da begann er zu erzählen. Von den Wundern des Mittelmeeres und seinen Gestaden, von dem sonnendurchglühten Leben des Südens, von der Pracht der Welt und der Freude der Menschen. Und wie jede Gefahr, selbst die nervenzerrüttenden Strapazen im mittelafrikanischen Hochgebirge, immer wieder zur Freude würde, weil man seine Kraft gespürt hätte, ach, diese herrliche Kraft!
Sie saß ganz still und trank ihm die Worte vom Munde.
»Ich glaube, Sie wären ein prachtvoller Kamerad, gnädige Frau. Jung und gesund und nicht klein zu kriegen.«
»Ich bin sehr klein geworden.«
»Aber Sie würden wachsen, in der Sonne, in dem frischen Seewind, hoch oben auf dem freien Gebirgskamm. Dort lohnt sich das Alleinsein, hier unten nicht.«
»Ja, ich würde wachsen,« sagte sie ganz ruhig. »Ich danke Ihnen, Herr Doktor.«
Die Tafel wurde aufgehoben. Aber Robert Bracht blieb an Frau Marias Seite.
»Wissen Sie auch, daß das auffällt, Herr Doktor? Ihre Frau Schwester hat an einem Ballabend dreimal mit einem Hauptmann getanzt. Davon geht hier heute noch die Sage.«
»Ich weiß. Und sie weint sich heute noch die Augen deshalb rot. Als wir uns zum Feste rüsteten, hat sie es mir wieder klagen müssen. Würden Sie sich deshalb auch die Augen rot geweint haben?«