Als er, wie alltäglich, sein Amtszimmer in den fürstlichen Sammlungen aufgesucht hatte, wanderte sie, wie alltäglich, durchs Haus. Und dennoch nicht wie sonst. Ihre Füße schritten leichter, ihre Augen blickten lebendiger, und wenn sie an einem Fenster in Gedanken versunken stehen blieb, hatten ihre Gedanken ein Ziel. Den Freund!
Noch wenige Stunden, und er würde sich reisefertig machen. Jetzt dachte er her. Das war wie ein Gruß. – –
Und in ihren Ohren klang es wieder: »Frau Maria –«
Sie wandte sich um. Wurden ihre Träume körperlich? »Herr Doktor – – gerade dachte ich an Sie.«
»Und daß ich es auch tat, sehen Sie daran, daß ich vor Ihnen stehe.«
»Ich soll diese Rosen haben, diesen wundervollen Strauß?« Sie vergrub ihr Gesicht in den Kelchen. »Ich kann Ihnen gar nicht danken,« murmelte sie in die Blätter, »ich bin nicht daran gewöhnt.«
»So unglücklich sind Sie, Frau Maria?«
»Jetzt nicht mehr« …
»Weshalb mußten Sie diese Heirat eingehen?«
»Um nicht zu verkommen.«