»Sie wollen mich zum besten haben, gnädige Frau. Sie, eine junge Dame im ersten Frühling –«

»Der erste ist vorüber … Er war so kurz und frostig, daß er den Namen nicht verdiente,« fuhr sie fort und sann hinter den Worten her. Dann schrak sie auf und zwang sich zum Scherz.

»Und doch ist es so. Ich bin eine alte Frau.«

»Eine alte Frau in den Zwanzigern,« lachte er.

»Fehlgeschossen! Ich bin bedeutend älter.«

»Bedeutend?« spottete er vergnügt. »Bekommt man im Alter so schöne, junge Augen und so prachtvolles, braunes Haar? Dann möchte ich auch alt werden.«

»Eine alte Frau muß einem jungen Wildfang diese lose Rede wohl nachsehen. Meine Tochter wird morgen siebzehn Jahre alt. Mit denselben Jahren habe ich bereits geheiratet. Heute zähle ich fünfunddreißig Jahre.«

»Aber das ist ja unmöglich!«

»Weshalb finden Sie es unmöglich?«

»Weil – weil – – Aber Sie sind ja noch so jung und so wunderbar schön!«