»Hier bring’ ich dir die Sabine, Mutter, die mein Weib und deine Tochter werden will.«

Ein paar Atemzüge stiegen in Frau Christianes Brust auf und nieder.

»Will sie das wirklich, so soll sie von Herzen willkommen sein. So, wie ich dich willkommen heiß’ nach der vierjährigen Trennung, Martin.«

Da ließ der Heimgekehrte die Hand der Braut los und umarmte ungestüm die Mutter.

»Du! Du! Nicht bös’ sein, daß ich nicht auf der kürzesten Straße zu dir lief. Aber da blühte eine Blume am Weg, daß ich nicht gleich weiterkonnt’, und nun hab’ ich sie gleich mitgebracht zu deiner und meiner Freud’.«

»Wenn’s deine Glücksblume ist, hast du recht getan,« sagte Frau Christiane und streckte der Harrenden die freie Hand entgegen, über die Sabine Barthelmeß tief sich beugte.

»Willst du sie ihm sein, Sabine, und immerdar bleiben?«

»Ach, Mutter, ich hab’ ja all die Jahre nur an ihn gedacht.«

»Deinen funkelnden Augen hat’s nichts geschadet, du, und arg verhärmt schaust du vom Kopf zur Zeh’ auch nicht aus,« scherzte Frau Christiane, aber ihre Augen blieben klar.

»Das ist ja mein Leid, Mutter, daß mir’s kein Mensch ansieht und daß ich in Sturm und Regen weiterblüh’ wie in der Sonne.«