»Du willst mit mir über die Mittel zur Ausführung deiner Werftpläne sprechen, Martin. Das Geld, das wir flüssig machen können, liegt bereit.«

Martin Opterberg hielt die Mutterhand in der seinen. Auge in Auge saßen sie.

»Als wir den Vater beerdigt hatten,« sagte Martin Opterberg, »gabst du mir Einblick in unsere Vermögensverhältnisse. Das dank’ ich dir heute noch, denn ich konnte meine Arbeitspläne auf ein fest umstecktes Ziel hinsteuern und brauchte nicht Kraft und Zeit zu vertun, um nach unbestimmten Erfolgsaussichten umherzukreuzen. Vertrauen bringt wieder Vertrauen hervor. Noch einmal: ich dank’s dir, Mutter, und ich komme auch mit einigen Tausendern über See zurück, die ich mir selber hereinholte. Aber auf dich rechnete ich, um nicht in meinen besten Mannesjahren für andere zu schaffen.«

Frau Christiane löste ihre Hand und holte ein Buch aus der Schreibtischlade.

»Hier lies. Was hier verzeichnet steht, kann in deinem Werk angelegt werden.«

Martin Opterberg tat einen Überblick. »Ich brauch’ die ganze Summe nicht, Mutter. Ich arbeite doch auch mit den Banken. Und ich würd’s auch nicht dulden, daß du dich so entblößtest.«

Da lachte Frau Christiane ihr fröhliches Frauenlachen.

»Schau, Martin, so groß und gescheit ihr werdet, die kleinen Buben bleibt ihr doch vor der Mutter. Glaubst du denn, du Kindskopf, ich zög’ mich um deiner und der Sabine schönen Augen willen bis aufs Hemd aus, bevor ich daran dächt’, mich wirklich zu Bett zu legen? Ach nein, mein lieber Bub, was ich dir geb’, ist das, was der Opterberghof und seine Besitzerin ohne Not erübrigen kann, und wenn es halt mehr ist, als du dir errechnet hast, so ist es, weil inzwischen mein Erbe aus dem Elterlichen im badischen Oberland dazugekommen ist und des Vaters Erbe aus dem Hof am Niederrhein.«

»Gut, Mutter, nun seh’ ich klar. Und Eigengeld für den Anfang ist besser und billiger als Bankgeld. Morgen will ich an Ort und Stelle. Es zieht mich mit tausend Kräften ans Werk. Und in sechs Wochen, wenn’s dir so paßt, halten Sabine und ich bei dir die Hochzeit.«

»Hat sie schon ihre Aussteuer beisammen?« fragte Frau Christiane, ohne mit dem Augenlid zu zucken.