»Woher solltest du Familiensinn haben? Seit deinem neunzehnten Jahr bist du von Hause fort, und selten genug hat’s dich heimgezogen. Es zieht dich ja nicht mal zu deinen Jugendfreunden. Wir Barthelmeßkinder aber haben ein Familienleben genossen, wie es inniger und vertraulicher gar nicht auszudenken ist. Wir sahen eben auf die Menschenfreud’ und nicht auf das elende Geld.«
»Das scheinen die Deinen auch heute noch zu tun, wo sie vier Familienleben führen.«
Sabine Opterberg sprang über den Einwurf hinweg.
»Ein wahrhaft liebevoller Dank für Vater und Mutter, die sich ihr Leben lang für mich gequält haben. Du könntest zusehen, wie sie eines Tages darum ins Armenhaus müßten.«
»Und deine drei Brüder könnten trotz des innigen Familienlebens auch zusehen?«
»Meine drei Brüder haben selber nichts.«
»So sollen sie arbeiten und sich etwas schaffen. Oder wär’s dir recht, wenn ich auch die Hände in den Schoß legte und mich etwa auf deine Leute verließe?«
»Nein,« sagte Sabine Opterberg beleidigt, »du brauchst ihnen nichts mehr zu schicken, ich werd’ es von meinen Ersparnissen tun.«
Der Werftherr hob die Hände. »Da sei Gott vor, daß die Rechnung noch verworrener würde. Lieber werde ich die Ansprüche der Deinen noch einmal erfüllen und ihnen das Notwendige dazu schreiben, als daß ich mich zum Schluß in unserer doppelten Buchführung nicht mehr aus und ein kenne.«
»Ich halt’ das auch für das Vernünftigere, Martin.«