»Ich hab’ es gesagt. Das muß dir genügen. Ich bin kein italienischer Operntenor. Ich bin ganz deutsch — ganz deutsch.«
Da wußte Christoph Attermann, daß es sich um eine Abrechnung handelte, die keinen Mittler ertrug, und er ging wortlos in das Büchergelaß, das an das Arbeitszimmer stieß, und ließ sich im Dunkel nieder.
Martin Opterberg war allein.
Einen hastigen Schritt tat er und blieb stehen.
Aus seiner Brust kam ein messerscharfer Ton — und brach ab.
Ein Nebel lag vor seinen Augen, und aus dem Nebel sprach eine Stimme.
»Wenn du es wüßtest, du nähmst aus der Lade dort die ledergeflochtene Hundepeitsche und griffest, wo du sie fändest, Mann und Weib, nackt und bloß, und peitschtest den Mann vor den Augen des Weibes, und das Weib vor den Augen des Mannes, daß sie sich hinfort nicht mehr in die Arme nehmen könnten, aus Ekel an dem gezüchtigten Körper des anderen. Und weil es der andere ansehen mußte.«
Und der Nebel schwand vor Martin Opterbergs Augen.
Aus einer Lade im Schrank holte er die ledergeflochtene Peitsche hervor. Ohne daß die Hand zitterte. Und er schritt die Treppe hinauf und über den teppichbelegten Gang hinweg und warf sich mit Aufbietung aller Kraft gegen die Tür des verriegelten Zimmers, daß der Riegel sprang.