»Nein,« sagte der Professor, »auf diese Weise ist die Unterhaltung doch wohl nicht zu führen: ein Bündel Kleider, eine Handvoll Schmuck. Sie scheinen sich nicht darüber klar zu sein, daß Sie sich hier in einer fremden Zimmereinrichtung befinden und daß Sie Ihre Gönnerworte aus einem Sessel heraus an mich richten, der meiner Tochter gehört und den ich Ihnen unter dem Sitz wegziehen könnte.«

Da lachte Martin Opterberg zum ersten Male wieder aus vollem Herzen.

»Die Möbel wollen Sie mir wegholen? Das Haus wollen Sie mir ausräumen? Wer hat Sie denn auf diesen verrückten Gedanken gebracht?«

»Mein Herr,« ersuchte der Professor scharf, »ich bitte, sich zu mäßigen. Sie vermögen mich aus dem Hause zu weisen, das das Ihre ist, aber Sie vermögen nicht, mich aus diesem Sessel aufstehen zu heißen, der, wie die gesamte Hauseinrichtung, Eigentum meiner Tochter ist.«

»Eigentum Ihrer Tochter? Ja, träumen Sie denn? Es widerstrebt mir, darauf hinweisen zu müssen, daß Ihre Tochter nichts in die Ehe einbrachte, als was sie auf dem Leibe trug. Es ist Ihnen wohl noch erinnerlich, daß ich Ihnen vor der Hochzeit eine Summe einhändigte, um die Einrichtung zu beschaffen, da Ihre Tochter über keine Aussteuer verfügte.«

»Ganz recht. Vor der Hochzeit. Es war eine Schenkung in optima forma und hat nicht das geringste mit Ihrer späteren gemeinsamen Ehe zu tun. Aha, nun wird Ihnen die Sachlage klar.«

Martin Opterberg hatte sich erhoben. In ihm stritt der wiedergefundene Humor mit einer peinigenden Unlust, dergestaltete Unterhandlungen zu führen. Er sah sich einem Menschen gegenüber, der sich höchstens durch die würdevolle Haltung und den Professorentitel von einem abgefeimten Gauner unterschied. Wie konnte ein anständiger Mensch einem solchen Gelichter beikommen?

»Und wenn ich eine durchaus andere Ansicht von der Sachlage hätte, Herr Professor?«

»So müßte ich es,« entgegnete der Professor weich, »zu meiner größten Bekümmernis auf einen Prozeß ankommen lassen und Ihnen zum Vergnügen der immer schadenfrohen Welt die Benutzung der Möbeleinrichtung bis zur Urteilserklärung gerichtlich untersagen lassen.«

»Nicht anders hatte ich es mir gedacht,« sagte Martin Opterberg. »Sie werden es verstehen, daß ich mich aus Gründen der Erziehung mit der ins einzelne gehenden Abwickelung nicht befassen kann. Ich werde eine Vertrauensperson damit beauftragen.«