»Leider ist meine Zeit nur knapp bemessen, Herr Opterberg. Ich opfere kostbare Arbeitstage für eine Angelegenheit, deren Erledigung rechtgemäß längst Ihre Sache hätte sein müssen, und weiß nicht, ob ich den Verlust wieder hereinbringe.«
Martin Opterberg hörte kaum hin. »Also sagen wir: auf übermorgen, Herr Professor, da Sie den Möbelwagen in Ihrer Handtasche doch wohl nicht mitgebracht haben.«
»Wo wohne ich?« fragte der Professor unbefangen und blickte sich um.
»Wenn Sie keine allzugroßen Ansprüche stellen: im Gasthaus am Bahnhof. Auf Wiedersehen.«
Er verbeugte sich in kühler Höflichkeit, und der Professor erhob sich kopfschüttelnd, nahm seinen Hut und empfahl sich zögernd. Martin Opterberg aber drahtete unverzüglich an seine Mutter und bat sie, zur Abwickelung vermögensrechtlicher Dinge am nächsten Tage schon zu ihm zu reisen.
Pünktlich auf die Minute traf Frau Christiane am Abend ein. Bis zur vorletzten Haltestelle hatte sie den Basler Schnellzug benutzt.
»Du schaust frisch aus wie ein Fisch im Wasser, Bub,« sagte sie, als sie am Bahnhof einen schnellen Blick über den Sohn hatte hingleiten lassen. »Es war eine wunderliebe Fahrt durch all das schöne Sommerland am Rhein. Und das Lindele läßt dich schön grüßen.«
»Dank dir, Mutter. Für dein Kommen und für den Gruß.«
Frau Christiane fragte nicht. Erst als sie sich in ihrem Gastzimmer erfrischt, die Schwarzwaldmädchen begrüßt und mit ihrem Sohn das Abendbrot eingenommen hatte, sagte sie, in ihren Sessel gelehnt, vergnügt und unvermittelt: »Vermögensrechtliche Dinge. Und noch Abwickelung dazu. Ein hübsches Abschlußgeschäft für die Barthelmeßleute.«
»Du hast es also bereits erraten, Mutter.«