Am nächsten Morgen zogen sie die Vertrauensmänner und alten Meister heran. Es war die größte Stunde der jungen Werft, in der die Richtlinien festgelegt wurden für Krieg und Frieden, die Anteile der Führer und Mannen, die Arbeitsbedingungen für die Daheimbleibenden und die Lebensbedingungen für die Familien derer, die zu den Fahnen gerufen wurden.

Die Männer standen schweratmend und weiß vor Erregung.

»Herr Doktor Opterberg — und Sie, Herr Attermann — Sie können einem das Sterben leicht machen für das Vaterland — aber das Leben noch leichter. Sie schmeißen nicht mit Redensarten um sich vom Volk der Brüder — Sie machen uns zu Brüdern — und nun spüren wir erst recht das Vaterlandsband — Herrgottnochmal!«

»Der Vertrag ist getätigt,« sagte Martin Opterberg. »Aber ihr sollt erst darüber sprechen, wenn wir ins Feld müssen, damit uns keine geschäftlichen Schwierigkeiten erwachsen.«

Da traten sie einzeln vor und reichten ihm und Christoph Attermann die Hand. Dann gingen sie mit langen, wiegenden Schritten an ihre Arbeit.

In selber Woche noch wurden die Gelände der Werft um das Doppelte vergrößert. Man schüttelte den Kopf über den Narren Opterberg, der sich in so schwierigen Zeitläufen zu Ankäufen entschloß, statt das Seine beisammen zu halten, und gab das Brachland billig.

Am Sonntag traf unangemeldet Frau Christiane ein. Sie brachte Linde Baumgart mit, und die Frauen standen in ihren Reisekleidern am Frühstückstisch, als Martin Opterberg das Zimmer betrat.

»Mutter —!« sagte er nur. Aber er sagte es knabenfroh.

Frau Christiane nahm hastig seinen Kopf und drückte ihn an ihre Brust.

»Bub — mein Bub. Es geht auf den Abschied. Ich hab’s all’ die Tag’ gespürt. Da mußt’ ich her, und das Lindele mit. Und nun nimm auch sie in den Arm. Wir Frauen können’s alle beid’ vertragen.«