»Wie geht’s Frau und Kindern?«
»Erträglich. Sie leben von meiner Hauptmannslöhnung. Die Stelle konnte auf so lange Jahre nicht für mich offen gehalten werden.«
Kein Wort der Klage. Nichts als Vaterlandspflicht. —
Martin Opterberg und Christoph Attermann humpelten am Stock durch den Etappenort. »Er ist mir von den Freunden immer der liebste gewesen, der Broich,« begann Christoph Attermann nach einer Weile des Wanderns. »Er hat bei eiserner Willenskraft die innere, die seelische Vornehmheit, die nicht angelernt werden kann und nicht vom Wetter abhängig ist. Da kann’s noch so hageldicht kommen, der Broich bleibt ohne einen Groschen der wahre Edelmann.«
Und dann mußten sie beide aus vollem Halse lachen.
Sie waren, ohne es zu wollen, bis zum Etappenstabskasino gewandert und hatten, da es die Stunde der Mahlzeit war, in aller Unschuld des Frontsoldaten angefragt, ob sie mithalten könnten. Ernst und verweisend waren sie in ihren zerschabten und verblichenen Röcken vom Verpflegungsoffizier gemustert worden.
»Darf ich ganz gehorsamst fragen, von wem die Herren eingeladen sind?«
»Wir kommen aus allereigenstem Antrieb. Unsere Nase lud uns ein und unser Magen.«
»Bitte ganz gehorsamst: zweite Straße links, Speiseanstalt für durchreisende Offiziere. Hier speist der Etappenstab.«
Da lachten die beiden, daß ihnen alle im Mord und Brand der Schlachten erworbenen Ehrenkreuze auf Brust und Herzgrube tanzten.