»Dürfte ich ganz gehorsamst um eine Ihrer abgelegten schönen Hosen bitten?« fragte Martin Opterberg mit einer tiefen Verneigung, und all die alten Schlägernarben funkelten vor Vergnügen in seinem Gesicht.

»Und ich ganz gehorsamst um ein Paar Ihrer schönen Lackschuhe?« fügte mit derselben tiefen Verneigung Christoph Attermann hinzu, und auf der Wetterseite auch seines Gesichtes glühten die purpurnen Ehrenröslein vor Lust.

»Martin, Martin,« klagte er, als sie vergnüglich weiterpilgerten, »ich fürchte, ich fürchte, wir sind in den Augen dieses Cid Kampeador der Etappenstabsküche zu höchst gemeinen Kriegsknechten herabgesunken. Dieser Rittmeister zu Fuß hielt uns für Schnorranten, die die Aufschrift über dieser feinen Krippe nicht lesen können: ›Nur für Herrschaften!‹«

»Drei Jahre Krieg, Christoph! Drei Jahre nur unter Männern. Und noch dazu in der Etappe, in der nicht der tägliche Sturm der Geschehnisse die Kameradschaften auf Tod und Leben vereinigt. Da tritt der Naturtrieb zutage. Eifersucht, Neid —«

»Futterneid, Martin. Man soll ihnen nicht in den Kochtopf gucken.«

»Geh, schäm dich, Christophel. Der Herr Rittmeister wünschten nur gehorsamst aus eitel Herzensgüte dir nicht das Wasser im Maule zusammenlaufen zu lassen. Und seine ›Speiseanstalt für durchreisende Offiziere‹ mag vollends der Teufel holen. Ich halt’s mit der Gulaschkanone. Da dampft eine auf dem Platz. Mein Gott, diese zusammengewürfelte Gesellschaft stellt ein ›Armierungsbataillon‹ dar. Können wir mithalten, Mann?«

»Aber selbstverständlich, Herr Hauptmann.«

»Mal zwei Kochgeschirre her. Was gibt’s Gutes heuer?«

»Erbsen mit Frankfurter Wurst. Aber nicht mit den Sporen klirren, Herr Hauptmann.«

»Hottehü?«