»Verbindlichen Dank, Grüters.«

»Und wo soll’s jetzt hin? Komm mit, ich stell’ dich beim Mittagessen gleich vor.«

»Leider heute unmöglich, Grüters. Der Feldmarschall hat mich zu Tisch befohlen.«

»Vater Hindenburg? Bist du bei Sinnen? Du, hör mal, hier gibt’s keinen Studentenulk.«

»Es ist so, Grüters, und ich kann’s nicht ändern. Befehl ist Befehl. Und General Ludendorff hat ihn mir soeben persönlich ausgesprochen.«

»Bei dem warst du auch? — Ja, was ich sagen wollte,« und Grüters legte seinen Arm in den des Jugendkameraden, »es ist dir doch recht, daß ich dich ein paar Schritte begleite? Ich bin gerade dienstfrei. Habe eine gewaltige Arbeitsleistung hinter mir und eine noch gewaltigere vor mir. Richtig, ich sprach dir noch nicht davon. Aufklärung im Heer. Gegen den Geist, den die grundstürzenden Linksparteien aus der Heimat bis in die vordersten Linien tragen möchten. Das vermag nur ein Mann, der kaiserlich bis in die Knochen ist. Dazu gehört die ganze Wucht und Unerschrockenheit der Überzeugungstreue. Mein Gott, Opterberg, das sind ja Jahre, daß wir unsere Gedanken nicht tauschen konnten. Der ganze Krieg liegt dazwischen. So etwas sollte unter Männern derselben Anschauungsweise nicht vorkommen dürfen. Also wir sind die Alten, Mann.«

Arm in Arm mit Opterberg auf- und abschreitend, plauderte er. Liebenswürdig, ein wenig hochmütig, stets die eigene Person im Auge.

»Jetzt wird’s wohl Zeit, daß du zum Feldmarschall hineingehst. Weidmannsheil! Vielleicht freut’s ihn, von unserer alten Freundschaft zu vernehmen. Jedenfalls kann’s nicht schaden, wenn du mich bei passender Gelegenheit mit einem Wort erwähnst; ich meine die rastlose Aufklärungsarbeit da vorn. Soll ich meine Frau von dir grüßen? Ich schreib’ ihr heute.«

Martin Opterberg trat ins Haus. Er behielt den Helm auf und den Degen umgeschnallt.

Der Adjutant kam ihm entgegen, und die Herren nannten ihre Namen.