»Ich wittere was. Aber erklären Sie sich deutlicher.«

»Amerika würde in der Lage Deutschlands sofort für die Dauer des Krieges jede weitere Kapitalbildung untersagt und jeden Bürger auf Sold gesetzt haben. Keiner hätte den Krieg für sich ausbeuten können, keiner der Daheimgebliebenen einen Pfennig mehr verdienen können als die im Felde Stehenden. Sie hätten ganz einfach in den Fabriken und in der Landwirtschaft ihrer Soldatenpflicht gegenüber dem Vaterland genügen müssen, das sozusagen eine einzige Heeresetappe gebildet hätte.«

Der Feldmarschall legte ihm die schwere Hand auf die Schulter. »Weiter, weiter.«

»Weiter wäre wohl nichts, Herr Feldmarschall. Der Amerikaner treibt Wirklichkeitspolitik und macht Nägel mit Köpfen.«

»Und wir?«

Mit flammenden Augen schaute Martin Opterberg zu dem greisen Helden auf.

»Ein Wort von Ihnen, Herr Feldmarschall, wenn’s sein muß, ein Machtwort —«

Er hielt inne. Eine Röte lief über seine Stirn. »Ich bitte um Entschuldigung, Herr Feldmarschall, daß ich wagte —«

»Unsinn. In dieser Erholungspause darf jeder reden, wie’s ihm ums Herz ist. Das wäre noch schöner.« In den zusammengekniffenen Augen sprühte es auf. »Ja — wenn ich in Berlin etwas zu sagen hätte, was ich aber nicht habe: ich würde Nacht für Nacht eine Streife durch die lustigen Kaffeehäuser und ähnliche Örtlichkeiten veranstalten lassen und alle die feisten Herrlein, die sich dort groß tun, es nicht mit zwei Männern, aber mit zwei Frauenzimmern aufzunehmen, herausholen und am anderen Morgen in die Munitionsfabriken stecken.«

Ein grimmiges Lachen der Verachtung flog um seinen Mund.