»Vergiß nicht, eine Flasche Wein anzubieten, bis ich komme —«

Arnold Opterberg blickte noch in die Höhe, aus der die Stimme gekommen war. Dann hörte er droben die Türen klappen. »O du Heimtückerin!« lachte er in sich hinein, »als ob du nicht längst schon wüßtest, daß wir an der zweiten sind — an der zweiten auf jeden Kopf.« Und in frohester Stimmung stieg er die Nebentreppe wieder hinan, die in die hellerleuchtete Giebelstube führte.

Blauer Zigarrendampf quoll ihm in Wolken entgegen, als er die Türe öffnete, und in den Wolken sah er zwei Gestalten eifrig sich verbeugen.

»Meine allergnädigste Frau —«

»Sehr verehrte Hausfrau —«

Und er antwortete mit hochgestellter Stimme: »Ich freue mich, solcherlei durch und durch gediegene Männer bei meinem Manne vorzufinden.«

Die Gestalten fuhren hoch. Sie griffen nach den Weinrömern und drängten dem Eintretenden entgegen. »Opterberg, Glückskind, sie war es noch nicht, die Hüterin deines Herdfeuers? Die Schützerin deiner Tugend? Die Bewahrerin deines Weinkellers? Wir haben noch eine Galgenfrist und dürfen sie nutzen? Carpe diem! Nutze den Tag und sein lieblichstes Teil, die Nacht!« Und als die geleerten Römer schon wieder auf der Tischplatte des Einschenkens harrten, zerrte der eine der Gäste am Achselband eine alte Gitarre nach vorn, griff in die Saiten und sang:

»Ich hab’ mein Sach’ auf nichts gestellt; juchhe!

Drum ist so wohl mir auf der Welt; juchhe!«

und der andere fiel ein und hob dem Hausherrn das gefüllte Glas entgegen: