»Drum soll der Wein jetzt getrunken werden dir, Martin, zum Willkomm. In diesem kleinen Raume, unter uns wenigen hier, nimm zur Wiederkehr den wahren Heimatgruß. Daß du da bist, Martin! Und mein und der Frauen Herzen hier rufen dir zur innersten Bekräftigung des namenlosen deutschen Sängers Liedwort entgegen:

Ich bin dîn und du bist mîn,

Deß sollt du gewiß sîn!«

Die Frauen hatten sich erhoben. Mit stillen Gesichtern, in denen die Augen aufleuchteten. Sie hielten dem Heimgekehrten das Glas entgegen, und Martin Opterberg stieß mit ihnen und dem Bruder an, daß ein silbern Klingen in die Runde lief.

»Rheinwein …« sagte er, als spräch’ er ein heilig Wort. »Gott schütz’ den Rhein und seine Menschen.«

»In Ewigkeit, Amen,« fügte Christoph Attermann hinzu.

Und sie tranken den Wein in Erinnerungsgedanken und Zukunftgedanken und blieben beisammen bis zum späten Abend und hielten den Tag wie einen Feiertag. —

Am Morgen lag eine Drahtung an Martin Opterberg auf dem Frühstückstisch. »Von der Mutter,« sagte Christoph Attermann. »Es geht mit der Schneckenpost, denn keiner will schaffen.«

Martin Opterberg löste die Siegelmarke, las und nickte. »Von der Mutter …« Und er las langsam zum zweiten Mal, und über seine Züge breitete sich eine Helle wie bei einem Wiedersehen.

»Grüß Gott, Bub. Wir bleiben bei der Stange!« drahtete Frau Christiane dem Heimgekehrten.