»Hab mich lieb …«
Wie ein letztes, silbernes Lautenschwirren glitt es durchs Zimmer.
Martin Opterberg blieb wie gebannt. Er rang nach einem Wort und fand nicht eins. Alles, was er in dieser Sekunde zu denken und zu fühlen vermochte, sammelte sich im Anblick dieser friedebringenden Mädchenaugen.
»Hab mich lieb …« bat das Mädchen zum zweiten Male.
Da hob er die Arme und schlang sie um ihre Schultern und zog ihr Herz so fest an das seine, daß sie plötzlich alle Kraft verlor. Aber die weitgeöffneten Augen hielt sie standhaft auf die seinen gerichtet.
»Linde … Linde … das bittest du mich? Du — mich?«
»Ja, Martin … Es ist ja eins …«
»Gib mir deinen Mund, du —«
Sie hob ihr Gesicht ihm entgegen. —
Er blickte auf ihre Lippen … Er spürte, wie ihm ein heißes, seliges Lachen aus fernen Jugendtagen in die Augen trat … Und er fühlte, daß die Jugend wiedergekommen sei.