Irgend ein Wort stieß er hervor, von dem er selber nicht wußte, ob es ein Wort war, und nur, daß es einen Gruß bedeutete, einen Gruß des Wiederfindens, des Festhaltens, einen Glücksgruß wie auch immer.

Und während er ihr den Atem von den Lippen küßte, legte sie ihre Hände fest um seine Schläfen.

»Linde, Linde, ich hab’ dich lieb. Weshalb fragst du mich?«

»Damit du weißt, wie sehr ich auf dich warte …«

»Du hast gewartet? Warum? Warum?«

»Um dir zu bringen, was du brauchst, um als ein Junger ausfliegen und — heimfliegen zu können.«

»Als ein Junger … Wo ist dein Mund? Wo sind deine Augen? Als ein Junger, o du … Nun trink’ ich aus dem Jugendbrunnen. Gib, gib …«

Und es wurde Nacht, und sie sahen nur ihre Augen und spürten nur einer des anderen Herz.

»Es ist Johannisnacht,« sagte das Mädchen leise. »Das ist die Nacht der bräutlichen Paare.«

»Es ist Johannisnacht,« sagte Martin Opterberg, »auf den Bergen flammen die Johannisfeuer, und die Menschen, die sich lieben, schwingen sich Hand in Hand durch die Flammen wie durch ein läuterndes Bad. Das ist ein deutungstiefer Brauch.«