»Er trug wohl seine Brieftasche bei sich, daß man seine arme Person gleich vermocht’ festzustellen?«
»In ein Stück undurchlässiges Leinen gewickelt, daß das Wasser nicht herankonnte. Er hat an alles gedacht. Auch an einen Zettel, worin er dich und mich mit der Vormundschaft betraut.«
»Er soll sich in seinem Zutrauen nicht geirrt haben, der Ärmste.« Sie erhob sich und umhalste ihren Mann. »Der Christoph ist nun unser Sohn und bleibt. Gelt, du? Und — gute Nacht.« —
Es war sechs Uhr morgens, als die beiden Knaben zur nächsten Bahnhaltestelle abmarschierten, um mit dem Frühzuge die Gymnasialstadt zu erreichen. Frau Christiane stand auf dem Hof inmitten ihres Federviehs und winkte ihnen nach. Just kam der Hausherr aus der Stallung herübergeschritten.
»Der Franzel hätt’ sie auch mit dem Wagen hinfahren können, Christiane.«
»Wär’s nicht verkehrt gewesen, Arnold? Das gemächliche Wagenfahren schafft den Buben keine richtigen Muskeln, wohl aber ein falsch Bewußtsein. Und den Franzel hab’ ich überdies zum Kartoffelsetzen nötig wie alle Händ’.«
Sie hielt überrascht inne.
»Ei, da hab’ ich aber einmal voreilig von den Menschen Böses gedacht. Da kommen ja schon deine Malersleut’ aus dem Haus und melden sich zur Arbeit. Hierher! Hierher! Grüß Gott! Das nenne ich ein pünktlich Manneswort.«
Die Gäste kamen heran, den Hut in der Hand.
»Meine gnädigste Hausfrau, wie gern, wie gern wäre ich Ihrem Rufe gefolgt. Aber beim ersten Morgendämmern erhielt ich ein dringliches Telegramm, das mich zu wichtigen künstlerischen Verhandlungen hinüber nach der Schweiz beruft.«