»Um meinen Kartoffelacker zu bauen. Ein begeisternd Ding.«

»Ach, Arnold, wie mich dies Wort freut, denn es ist nicht von dir, sondern von den beiden Arbeitsscheuen, die Reißaus nahmen, als sie die Hände rühren sollten.«

»Christiane,« verwies Arnold Opterberg rauh, »sie haben dich um keinen Pfennig angeborgt. Darum hast du keinen Grund, ihre glückliche Lebensart zu schmähen.«

»Es ist wahr,« gestand sie freimütig zu, »sie haben sich in ihrer Art nicht schlecht aufgeführt. Aber sie leben von der Hand in den Mund, lassen den Herrgott und den Zufall für sich sorgen und stellen die Regentonnen heraus, wenn’s Kleingeld regnet. War’s nicht so? Nein, Arnold, du bist ja viel stolzer, als du zugestehst, und es macht dir nur zeitweilig Spaß, unter den Hofnarren den König zu spielen. Spiel ihn, und im übrigen wollen wir unserem Geschick dankbar sein.«

»Dem Geschicke in der Person des Oheims Opterberg.«

Sie löste sich unmerkbar von ihm und blickte wieder auf die farbenbunten Studien und Entwürfe.

»Der Oheim Opterberg,« sagte sie leise und ruhig, »schenkte mit seinem Tode und seinem Erbe dir die Rettung und mir das Glück in meinem Pflichtenkreis. Glaubst du dich im Glück verkürzt, so war es meine Schuld und nicht seine.«

»Christiane!«

»Laß es mich nur zu Ende reden. Du warst der Sohn seines Bruders, und ich die Tochter seines Vetters. Auch mein Vater war ein Opterberg vom Niederrhein, und er heiratete eine süddeutsche Frau und war seit langem im badischen Oberland angesiedelt, als er dem Oheim Opterberg Gastfreundschaft gewähren durfte. Uns beide, dich und mich, hatte der Oheim zu Gesamterben eingesetzt. Mich, weil er mich als Landwirtin kennen gelernt hatte. Dich, weil auch du auf einem Gutshof aufgewachsen seiest und der Erblasser, so heißt es im Testament, von deiner Begabung für die Landwirtschaft mehr halte als von deiner Liebe für das Malerleben. Ich fuhr zu dir nach Düsseldorf, um dir trotzdem die Auszahlung deines Teiles anzubieten —«

»Und ich nahm das Ganze. Mit totem und lebendem Inventarium. Und das handfeste, flachsblonde Mädel dazu, ob es wollte oder nicht. Komm her, Christiane, gib mir einen Kuß. Ich habe das Frühlingsfieber und einen wilden Hunger dazu. Ruf die Buben zum Abendbrot.« —